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500. Abschlussarbeit von Prof. Hoffjan an der TU Dortmund

Letzten Freitag war für Helena Reinhard, Studentin der Wirtschaftsmathematik, ein Tag zum Feiern. Mit der mündlichen Abschlussprüfung hatte sie ihr Masterzeugnis in der Tasche. Für den Prüfer Professor Hoffjan war der Tag auch ein Jubiläum der besonderen Art. Seit seinem Wechsel nach Dortmund in 2007 war das seine 500. Abschlussarbeit an der TU.

Frau Reinhards Thema klingt abstrakt „Analytisches Customer Relationship Management“ Inhaltlich ging es bei der Arbeit darum, Schlüsse aus den Verkaufsdaten im Abholgroßhandel zu ziehen. Ihre Master-Thesis hat sie in Zusammenarbeit mit L. Stroetmann GmbH & Co. KG geschrieben, einem Handelsunternehmen mit Sitz in Münster. Dafür hat sie vorher ein Praktikum im Controlling des Unternehmens gemacht. Positiv findet Sie die Tandem-Betreuung im Unternehmen wie auch am Lehrstuhl: „Durch die enge Vernetzung des Lehrstuhls mit meinem Projektpartner ist jederzeit ein fachlicher Austausch auf den Ebenen Praxis sowie Wissenschaft und damit einhergehend eine optimale Betreuung meiner Master Thesis gewährleistet.“

Für Professor Hoffjan bei Master-Studenten ein typischer Fall der Abschlussarbeit im Controlling. Drei von vier Absolventen verfassen die Thesis in Zusammenarbeit mit Unternehmen. Typischerweise machen die Studierenden ein Praktikum in dessen Rahmen sie dann eine Thematik mitbringen oder die Firmen wenden sich mit einer Problemstellung direkt an den Lehrstuhl, der dann einen Kandidaten sucht. Der Themenvorschlag wird dann seitens des Lehrstuhls auf wissenschaftliche Eignung geprüft und möglicherweise etwas feinjustiert. Professor Hoffjan betont: „Bei der Themenfindung von Praxisarbeiten sind wir großzügig. Wir möchten, dass Studierenden ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch eine praxisbezogene  Abschlussarbeit weiter verbessern.“

Entsprechend lang ist die Liste der Unternehmen mit denen der Controlling-Experte schon im Rahmen einer Abschlussarbeit zusammen gekommen ist. Im Kern sind es Unternehmen aus Dortmund, u.a. Wilo, Uhde, KHS, Signal-Iduna, RWE Effizienz, oder aus der Region, z.B. Remondis aus Lünen, Hella aus Lippstadt oder Kostal aus Lüdenscheid. Hinsichtlich der Größe reicht das Spektrum von mittelständischen Unternehmen bis hin zu DAX-Größen wie Daimler oder EON. Seltener werden Themen aus Non-Profit-Organisationen eingebracht, aber z.B. mit der Stadt Hamm und der evangelischen Kirche gab es gemeinsame Arbeiten.

Dabei sind Professor Hoffjan die Sorgen der Unternehmen um den Verlust vertraulichen Unternehmenswissens durchaus bewusst. Typischerweise enthalten Praxisarbeiten einen Sperrvermerk, so dass die Inhalte ausschließlich für Prüfungszwecke eingesetzt werden dürfen. Natürlich bindet die Betreuung einer Abschlussarbeit in einem Unternehmen auch Zeit. Daher empfiehlt Prof. Hoffjan dies auch vorrangig für Masterarbeiten, wo die die Studierenden weit mehr Erfahrung mitbringen und die Bearbeitungszeit deutlich länger ist. Ein weiterer Tipp für die Unternehmen: Auch wenn Masterarbeiten faktisch immer angemeldet werden können, sollte man für die Gewinnung eines geeigneten Kandidaten mindestens drei Monate Vorlaufzeit einrechnen.

Das Modell findet offensichtlich Anklang. Im Jahr 2013 hat Prof. Hoffjan im Fach Controlling allein 86 Abschlussarbeiten betreut, davon 44 Bachelor, 32 Master und 10 Diplomarbeiten. Das Gros entfällt dabei auf reine Wirtschaftswissenschaftler, ca. ein Sechstel auf Kombinationsstudiengänge, Wirtschaftsmathematiker und -ingenieure. Um das bewältigen zu können, hat er harte Seitenbegrenzungen einführen müssen, z.B. 40 Seiten für eine Bachelor- und 60 Seiten für eine Masterarbeit. Trotzdem fühlt er sich manchmal wie „Raupe Nimmersatt“.  Professor Hoffjan legt großen Wert darauf, dass alle Arbeiten über seinen Tisch gehen und von ihm gelesen werden. Im Bild der Raupe bleibend hat er sich im letzten Jahr durch 4.560 Seiten Abschlussarbeiten gefressen.

Die eigentliche Gefahr sieht der Controller darin, dass man zur Prüfungsfabrik wird. Im Vergleich zur Bearbeitungszeit - je nach Abschluss zwei bis sechs Monate - hat man nur wenig Zeit, um die Leistung des Studierenden zu würdigen. Daher ist es wichtig, dass man Kontrollen im Verfahren einbaut. Prof. Hoffjan korrigiert parallel zum Mitarbeiter die Arbeit, damit sich beide unabhängig voneinander ein Bild von der Leistung machen. Hinzu kommt die verpflichtende mündliche Prüfung, die einem die Chance zur persönlichen Diskussion der Inhalte mit dem Absolventen gibt.

Das Spektrum der Ergebnisse einer Abschlussarbeit ist natürlich extrem groß. Da hat Professor Hoffjan in den vergangenen sieben Jahren in Dortmund so ziemlich alles erlebt: „Wir hatten Studierende, die gleich mehrere Preise abgeräumt haben bis hin zu den traurigen Fällen, die endgültig durchfallen oder auch psychisch überfordert sind.“ Leider können nicht alle Kandidaten mit der „Angst vorm weißen Blatt Papier“ umgehen. Das galt auf keinen Fall für Prüfling Helena Reinhard. Sie war mit ihrem Ergebnis der Masterarbeit hochzufrieden.

 



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